HeizungssystemeZum Hauptinhalt Vorherige Seite Nächste Seite

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung
2 Ist dieses System für unsere Firma geeignet?
 
Bereits vorhandene Systeme
3 Kosten
4 Vorteile
5 Schritt-für Schritt-Leitfaden
 
Neue Systeme
6 Kosten
7 Vorteile
8 Schritt-für Schritt-Leitfaden

9

Fallstudien
10 Weitere Informationsquellen

Neue Systeme: Schritt-für Schritt-Leitfaden

Entwurf der Heizungsanlage

Beim Entwurf eines Heizungssystems müssen Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftgeschwindigkeit in Betracht gezogen werden. Für weitere Informationen konsultieren Sie bitte das Kapitel Bioklimatisches Gebäudedesign.

Es gibt außerdem veschiedene Methoden, um den Wärmebedarf eines Gebäudes im Einklang mit der Bauart, Orientierung, dem Gebäudemantel, der Raumbelegung, etc. festzustellen, und mit denen Sie die Dimensionen Ihres Heizungssystems optimieren können. Für Detailfragen hiezu ist ein geeigneter Spezialist (Architekt bzw. Haustechniker oder Installateur) zu Rate zu ziehen.

Sogenannte "Energie-Audits" werden immer häufiger durchgeführt, um die thermische Qualität neuer Gebäude (vor dem Bau) oder renovierter Gebäude (vor der Renovierung) zu prüfen, und sind häufig eine Voraussetzung zur Gewährung von Förderungen.

Auswahl und Installation des optimalen Heizungssystems

Die verschiedenen Arten von Heizungssystemen

Im Handel sind sehr viele verschiedene Arten von Heizungssystemen erhältlich. Die gebräuchlichsten Systeme werden im Folgenden beschrieben. Halten Sie sich diese Optionen vor Augen, insbesondere wenn Ihr aktuelles Heizungssystem sehr alt ist oder wenn Sie darüber nachdenken, eine Klimaanlage zu installieren oder Ihre derzeitige Anlage zu erneuern. Bevor Sie sich jedoch für eine Alternative entscheiden, sollten Sie feststellen, ob die Maßnahme auch wirtschaftlich ist. Tabelle 1 zeigt die Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme.

Tabelle 1: Handelsübliche Alternativen für Heizungssysteme

System

Vorteile

Nachteile

Standard-Heizkessel

  • Billig und effizient
  • Komplizierte Installation und Wartung

Wärmepumpen

  • Möglichkeit der Raumheizung und Klimatisierung mit einer einzigen Ausrüstung
  • Bis zu drei Mal effizienter als eine herkömmliche elektrische Heizung
  • Günstig für die Nutzer
  • Etwas teurer als Standardsysteme

Nachtstromheizung mit Pufferspeicher

  • Kann an den Heizbedarf aller Zeitspannen und Zonen angepasst werden.
  • Ersparnisse in der Stromrechnung aufgrund des Nachtspartarifs
  • Leichte Anwendung und günstig für den Nutzer
  • Teurer als ein Standardheizkessel
  • Der Verbrauch tagsüber ist teurer
  • Sollte sorgfältig geplant werden

Elektrische Heizung ohne Nachtstrom

  • Dieses System so wenig wie möglich verwenden.
    Der Stromverbrauch ist hier sehr hoch.
  • Heizen mit einem Standardheizkessel: Siehe das Kapitel Kesselanlagen für weitere Informationen
  • Elektrische Heizung mit Nachtspeicher: Der Strom fließt durch einen elektrischen Widerstand und erzeugt Hitze, die während der Stunden, in denen die Stromnachfrage gering und die Energie billiger ist (Nachtzeit), gespeichert wird. Die gespeicherte Wärme wird dann tagsüber verwendet. Statische Speicherbehälter ermöglichen eine partielle Regulierung und werden für gewöhnlich für Durchgangszonen benutzt. Dynamische Speicherbehälter sind besser für Zonen mit höherer Belegung geeignet.
  • Wärmepumpen: Dabei handelt es sich um reversible Systeme, die Hitze oder Kälte liefern können und vergleichsweise wenig Energie verbrauchen. Sie sind für neue oder renovierte Gebäude empfehlenswert. Wärmepumpen gibt es als Einzelblockgeräte, leicht portable Geräte und Split- oder Multisplitgeräte. Als externe und interne Wärmequellen dienen im Allgemeinen Wasser und Luft.
  • Solarenegie: Solarkollektoren können einen Teil der zur Heizung benötigten Energie decken. (Siehe das Solarwärmemodul für weitere Informationen).

Wenn Sie einen Heizkessel wählen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie den am besten geeigneten Brennstoff verwenden; berücksichtigen Sie diesbezüglich die Informationen aus Tabelle 2 und 3.

Tabelle 2: Allgemeine Vorteile und Nachteile von Brennstoffen

Brennstoff

Vorteile

Nachteile

Gas
(Erdgas, Butan, Propan...)

  • umweltfreundlichster fossiler Brennstoff
  • Im Allgemeinen sehr effizient
  • Geringerer Wartungsbedarf der Ausrüstung
  • Mehr Sicherheit erforderlich
  • Relativ teuer

Flüssigbrennstoff (Brennstofföl...)

  • Leichte Anwendung und Speicherung
  • Sehr gebräuchlich
  • Billiger als Gas
  • Schmutzprobleme (besonders Brennstofföl)

Kohle
(bitumöse Braunkohle, Steinkohle, Antrazithkohle)

  • Brennstoff sehr billig
  • Schmutz und manchmal Umweltverschmutzung
  • Schwierigere Wartung
  • Wenig effizient

Biomasse
(z.B. Hackschnitzel, Pellets)

  • Sehr geringe oder keine Kosten (für gewöhnlich)
  • kaum Kosten-steigerungen im vgl. zu fossilen Brennstoffen
  • Ersatz von fossilen Brennstoffen zu 100% möglich

  • Höhere Investition für Kessel

Tabelle 3: Schadstoffemissionen herkömmlicher, fossiler Brennstoffe

Brennstoff
CO2
t/Toe (Tonnen in Öläquivalent)

SO2
kG/Toe

NOX
kG/Toe

FLÜCHTIGE ORGANISCHE VERBINDUNGEN (VOC)
kG/Toe

CO
kg/Toe

Bitumöse Braunkohle
3,9
36,7
11,3
2,9
4,2
Braunkohle
4,2
58,2
9,2
2,9
4,2

Dieselöl

3,1
5,9
4,2
10,5
0.,42
Ölbrennstoff
3,3
51,1
8,6
5,9
0,42
LPG (Butan, Propan)
2,7
0,9
2,1
18,3
0,42
Erdgas
2,3
0,084
5,2
-
0,42

Wärmeverteilung

Es gibt prinzipiell drei Alternativen der Wärmeverteilung:

  • Radiatoren: Dies sind die einfachsten und billigsten Systeme. Gussradiatoren besitzen eine höhere thermische Trägheit und sind widerstandfähiger als Messingstahl- oder Aluminium-Heizkörper. Eine Zweirohrverteilung ist einer Einrohrverteilung vorzuziehen, da sie die Wärme besser verteilt. Die Oberflächentemperatur beträgt 60-80 °C.
  • Fussbodenheizung: Polyethylenrohre werden in einem Abstand von 10 bis 30 cm 3-5 cm tief unter die Bodenfläche gelegt. Die Zirkulation von 45 °C warmem Wasser gewährleistet eine Bodentemperatur von 29 °C.
  • Heizlüfter: Diese Systeme bestehen aus einem Heizkörper, durch den heißes Wasser zirkuliert. Ein Ventilator bläst Luft durch den Heizkörper und verteilt die Wärme im Raum. Da der Lüfter schnell ein- und ausgeschaltet werden kann, sind diese Systeme dann geeignet, wenn kein konstanter Heizbedarf vorliegt, zum Beispiel in Sport- oder Veranstaltungshallen. Sie können auch zur Klimatisierung verwendet werden, wenn das warme durch kaltes Wasser ersetzt wird.

Alle Heizungssysteme sollten gut isolierte Verteilerrohre, Ventile, Speicher, Kessel, etc. besitzen, um Energieverluste zu reduzieren.

Steuerung von Heizungssystemen

Durch Installation eines effizienten Regulierungssystems kann der Wärmebedarf reguliert werden, z.B. um den Bedarf zu verschiedenen Tageszeiten und in allen Gebäudezonen zu decken. Folgende Geräte werden verwendet:

  • Programmierbare Zeitschaltuhr: Die Uhr wird im Kessel installiert und zur Kontrolle der Einschaltzeiten bzw. der ferngesteuerten Thermostate benutzt.
  • Thermostat: er verändert die Temperatureinstellungen zu gewissen Zeiten.
  • Thermostatventile: Diese Ventile werden an jedem Heizkörper installiert. Sie machen die individuelle Einstellung der Temperatur gemäß den örtlichen Bedingungen oder den persönlichen Präferenzen möglich.
  • Zonenregulierung: Die Temperaturen verschiedener Zonen können unabhängig voneinander programmiert werden. Dazu werden mehrere unabhängige Heizkörperstromkreise benötigt (jeder Kreis wird von motorbetriebenen Ventilen kontrolliert, die individuell programmiert werden können) sowie Innentemperatursonden.